KURSE IM OKTOBER & NOVEMBER 2026
Zum aktuellen Kursangebot als PDF: Kursangebot RC Osnabrück Herbst 2026
Die Kurse finden immer vor Ort am K.A.F.F. statt (https://kaff-os.de/veranstaltungen/).
Alle Kurse sind auf freiwilliger Spendenbasis.
Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an die jeweiligen Moderator*innen.
Das Kursangebot in Textform:
„Autobiografisches Schreiben“
Freitag, 16. Oktober von 15:30 bis 17:00 Uhr
Kursmoderation: Eva Lietz, Kathrin Horstschräer
Anmeldung bei Eva, eva.lietz@weitblicker.org
Kursbeschreibung:
Lebens- und Genesungswege beinhalten oft einen neuen Blick auf die eigene Geschichte. Mit drei Schreibimpulsen betrachten wir unser Leben aus unterschiedlichen Perspektiven, um Krisen zu verarbeiten und neue Perspektiven zu gewinnen. Du kannst Schmerz loslassen, Blockaden lösen und schwere Themen bearbeiten. Die Moderatorin Eva Lietz hat selbst durch autobiografisches Schreiben Heilung erfahren und möchte diesen Ansatz mit den KursteilnehmerInnen teilen.
KREATIV RESILIENZ STÄRKEN
Freitag, 13. November von 15:30 bis 17:00 Uhr
Kursmoderation: Eva Lietz, Kathrin Horstschräer
Anmeldung bei Eva, eva.lietz@weitblicker.org
Kursbeschreibung:
Suchst du nach einem Weg, deine innere Widerstandskraft nachhaltig zu stärken? In unserem Workshop „Kreativ Resilienz stärken” sprechen wir neben der reinen Kopf-Ebene auch kreative Methoden an, um Stress wirksam zu begegnen. Durch intuitives Malen, Gestalten und Schreiben erhältst du einen direkten Zugang zu deinen verborgenen Ressourcen und findest neue Lösungswege. Dabei geht es nicht um künstlerische Perfektion, sondern um den befreienden Prozess, Gefühle sichtbar zu machen und deine Balance wiederzufinden. Ganz ohne Vorkenntnisse lernst du, wie du durch das eigene Tun deine Akkus auflädst und gelassener durch stürmische Zeiten gehst. Melde dich jetzt an und entdecke, wie viel Kraft in deinen eigenen Händen liegt.
RESSOURCEN STÄRKEN
Freitag, 20. November von 15:30 bis 17:00 Uhr
Kursmoderation: Eva Lietz, Kathrin Horstschräer
Anmeldung bei Eva, eva.lietz@weitblicker.org
Kursbeschreibung:
Kennst du deine Ressourcen und Stärken? In diesem Kurs wollen wir ein Bewusstsein schaffen für die eigenen Stärken und Ressourcen und diese mit Körper- und Gefühlswahrnehmungen verinnerlichen.
KEINE ANGST VOR KUNST
Freitag, 30. Oktober von 16:00 bis 18:30 Uhr
Freitag, 6. November von 16:00 bis 18:30 Uhr
Freitag, 27. November von 16:00 bis 18:30 Uhr
Kursmoderation: Mariella Klöppel-Blanke, Undine Völckers
Anmeldung bei Undine, rc-osnabrueck@mailbox.org
Kursbeschreibung:
In unserer Gesellschaft ist Kunst oft stark mit Leistung und Wirkung nach außen verknüpft. Kunst soll z.B. technisches Können zeigen, provozieren, große Botschaften enthalten, oder schlicht berühmt und teuer sein. Deshalb lassen viele Menschen von vornherein die Finger davon. Dabei kann Kunst als Tätigkeit eine Ressource für jeden Menschen sein, von persönlichem Ausdruck bis hin zu seelischer Stabilisierung.
Im Kunstkurs bieten wir kreative Übungen aus der Kunsttherapie und Kunstpädagogik sowie selbst (weiter-)entwickelte Übungen an, die Anknüpfungspunkte zu Themen wie eigenen Ressourcen, Selbstbestimmung und dem Umgang mit Herausforderungen bieten. Kleinere Übungen zu Beginn helfen beim Ankommen, Lockern und Entspannen und dabei, Erwartungen und den Anspruch an ein „richtig” oder „schön” loszulassen. Im weiteren Verlauf laden umfangreichere Übungen dazu ein, tiefer in den kreativen Prozess einzutauchen, sich künstlerisch anregen zu lassen und zur Ruhe zu kommen.
Die benötigten Materialien werden wir mitbringen, aber wer zusätzlich noch eigenes Papier oder eigene Stifte mitbringen möchte, kann das sehr gerne tun.
DIE ROLLE DER HOFFNUNG FÜR DEN RECOVERY-PROZESS
Montag, 19. Oktober von 17:00 bis 18:30 Uhr
Montag, 2. November von 17:00 bis 18:30 Uhr
Kursmoderation: Norbert Arndt, Undine Völckers
Anmeldung bei Norbert, norbert@kaff-os.de
Kursbeschreibung:
In diesem Kurs beschäftigen wir uns mit der Rolle der Hoffnung auf dem persönlichen Genesungsweg. Dabei greifen wir den Begriff Recovery auf: Er beschreibt nicht Heilung im medizinischen Sinne, sondern den ganz persönlichen Weg, trotz psychiatrischer Diagnose ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Hoffnung ist für den Recovery-Prozess sehr wichtig und umso wichtiger ist es, sie am Leben zu erhalten. Wir möchten gemeinsam erkunden, wie jede:r Einzelne neue Hoffnung in den individuellen Genesungsprozess einbringen kann und wie es möglich ist, ein hoffnungsvolles Leben zu führen - denn Recovery ist immer möglich.
Kurs-Struktur:
• Eigene Vorstellungen und Bedeutungen von Hoffnung erkunden
• Die Recovery-Perspektive nach Patricia Deegan entdecken
• Recovery-Geschichten miteinander teilen
Wir freuen uns auf eure Anmeldungen!
Anmeldung:
Wir bitten um eine Anmeldung. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an die jeweiligen Moderatorinnen.
Stand 30.8.2026: In allen Kursen sind noch Plätze frei.
Ort:
Momentan finden alle Kurse am “K.A.F.F.” in Osnabrück-Hafen statt.
Am Speicher 3a
49090 Osnabrück
Kosten:
Alle Kurse sind auf freiwilliger Spendenbasis.
Unsere Regeln:
• Was in den Kursen von Teilnehmenden gesagt wird, bleibt im Raum. Es wird nichts nach außen getragen.
• Wir achten aufeinander, hören uns zu und lassen uns ausreden.
• Ein respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander ist sehr wichtig. Wer sich abwertend oder verletzend über andere äußert, muss den Kurs verlassen.
• Es ist jederzeit möglich, eine Pause zu nehmen oder den Kurs zu verlassen. Das ist völlig in Ordnung. Eure Bedürfnisse stehen bei uns im Mittelpunkt.
• Wir bitten für eine bessere Planung sowohl um eine Anmeldung per Mail als auch um eine kurze Abmeldung bei Krankheit oder anderen Verhinderungen.
Noch Fragen?
Falls Fragen zu einzelnen Kursen bestehen, können diese gerne per Mail an die Moderatorinnen der einzelnen Kurse gestellt werden.
Bei allgemeinen Fragen sind wir über osnabrueck@weitblicker.org erreichbar.
UNSERE AKTUELLEN MODERATOR*INNEN:
Eva Lietz, EX-IN-Genesungsbegleiterin\
Kathrin Horstschräer, Resilienztrainerin\
Mariella Klöppel-Blanke, Kunstpädagogin\
Norbert Arndt, EX-IN-Genesungsbegleiter\
Undine Völckers, EX-IN-Genesungsbegleiterin in Ausbildung
Die Osnabrücker Weitblick-Arbeitsgruppe inklusive Kursleiter*innen trifft sich einmal im Monat und unterstützt den Aufbau und die Organisation des Recovery College. Wir legen besonderen Wert darauf, das College als ganzheitliches Projekt zu fördern, von dem möglichst viele profitieren können.
VON DER IDEE ZUM PROJEKT
Auf der Suche nach einem Bildungsprojekt vor Ort in Osnabrück sind wir dem Thema Recovery das erste Mal im November 2019 begegnet. Nach der Vernetzung mit wichtigen Partnerinnen in Osnabrück und Umgebung ist es nun unser Ziel, auf lange Sicht den Aufbau eines Recovery Colleges in Osnabrück anzustoßen - ein Ort der Begegnung und des gemeinsamen Lernens. Der erste Schritt in diese Richtung war zunächst der Aufbau eines Recovery-Angebots im kleineren Rahmen, um das Projekt dann Stück für Stück auszubauen.
Momentan bieten wir jedes Semester 4-5 Kurse an, angeboten von EX-IN-Genesungsbegleiterinnen und Fachpersonen, und haben als Osnabrücker Arbeitsgruppe die Ausbildung einer weiteren EX-IN-Genesungsbegleiterin gefördert.
WAS SIND UNSERE ZIELE?
z.B. ....
• Wissen über seelisches Wohlbefinden erhalten
• Erfahrungen und Gedanken auf Augenhöhe austauschen und diskutieren
• Kompetenzen im Umgang mit Krisen entwickeln
• dass wir lernen, zu wachsen, anstatt zu einem vorherigen Zustand zurückzufinden
• dabei zu unterstützen, selbstbestimmt zu leben und sich wohl zu fühlen\
• Hoffnung und Glauben an die eigene Genesung nach einer psychischen Erschütterung stärken
• Stigmatisierung entgegenwirken
WAS BEDEUTET RECOVERY COLLEGE?
Ein Recovery College ist ein Bildungsangebot von Psychiatrieerfahrenen (oft in Tandem mit Fachpersonen). Es werden Kurse zu verschiedenen Themen des seelischen Wohlbefindens angeboten. Identität und Hoffnung, gesunder Schlaf oder autobiografisches Schreiben… Die Kurse sind Orte, an denen sich Menschen begegnen, um voneinander und miteinander zu lernen und sich zu entwickeln. Es bedeutet, Stärken und Fähigkeiten (wieder-) zu entdecken. Dabei steht vor allem die Individualität jedes und jeder Einzelnen im Vordergrund.
• “Psychiatrieerfahren” bedeutet hier nicht zwangsläufig, dass eine Person bereits einen Aufenthalt in einer Psychiatrie hatte, sondern dass sie Erfahrung mit schwerwiegenden psychischen Problemen und damit verbunden mit dem Gesundheitssystem hat.
Die Mehrheit unserer psychiatrieerfahrenen Moderatorinnen besitzen eine Ausbildung zum EX-IN-Genesungsbegleitenden. Diese Ausbildung bietet eine professionelle Grundlage dafür, den persönlichen Genesungsweg und die persönlichen Stärken mit genügend Abstand zu der eigenen Geschichte zu nutzen.
Das Angebot ist sowohl für Psychiatrieerfahrene als auch für alle* interessierten Personen, die sich zu Themen der psychischen Gesundheit weiterbilden und ihre Gesundheitskompetenz im Austausch mit anderen erweitern wollen.
Der Ansatz bestärkt dabei ein allgemeines Umdenken in unserer Gesellschaft: Der Fokus liegt nicht auf den Defiziten, sondern auf den Stärken und Ressourcen jeder einzelnen Person. \
Zudem soll durch dieses offene Bildungsangebot der Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen entgegengewirkt werden - nicht nur den Erkrankten zuliebe, sondern auch, weil wir potenziell alle in schwere psychische Krisen geraten können und alle von persönlichen Gesundheitskompetenzen profitieren können. Psychische Gesundheit ist nicht nur ein Thema für psychisch Erkrankte, genauso wenig wie Sport und körperliche Bewegung nur in die Reha gehören.
Recovery Colleges verstehen sich als zusätzliches und unabhängiges Bildungsangebot und sind keine Alternative zu therapeutischen oder ärztlichen Leistungen, sondern ergänzen diese.
UNSER LEITBILD
• Wir verstehen Recovery als Bildung und Selbstermächtigung. Das bedeutet, dem Menschen nicht mit Urteilen über ihre psychische und soziale Situation zu begegnen, sondern von den eigenen, unendlichen Möglichkeiten her zu verstehen. Ressourcen und nicht Defizite stehen dabei im Mittelpunkt.
• Wir verstehen Recovery als die Überzeugung, dass Genesung und Gesundheit möglich sind. Im Zentrum stehen dabei der Glaube und die Hoffnung, ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben führen zu können.
• Wir sind multilogisch. Das bedeutet, dass wir uns in der Gruppe jenseits von Rollenzuschreibungen auf Augenhöhe begegnen. Jeder kann Teilnehmerin, Lernender, Dozentin oder Tutorin sein.
• Wir sind offen für die Vielfältigkeit von Wirklichkeiten, Realitäten und Wahrnehmungen.
• Wir verstehen Recovery als einen Ort des offenen Erfahrungsaustausches. Jede*r ist Experte aus eigener Erfahrung. Aus diesem Grund wird Recovery von den Teilnehmenden entscheidend mitgestaltet.
• Wir leben Demokratie und Teilhabe. Das Projekt ist unser aller Projekt. Das heißt, in der Planung, Gestaltung und Umsetzung unseres Recovery-Angebots sind alle Beteiligten mit einzubeziehen und anzuhören.
• Wir verstehen Recovery als inklusives und gesamtgesellschaftliches Projekt, denn alle Menschen haben ein Recht auf Gesundheit. Recovery kann Menschen aus den unterschiedlichsten Kontexten zusammenbringen und einen Beitrag zu einer gesunden und harmonischen Gesellschaft leisten. Damit wirkt Recovery sozialer Spaltung und Diskriminierung entgegen.
• Wir leben ein Menschenbild der Gleichheit und Würde. Dieses Menschenbild hat unmittelbare Bedeutung für unser Projekt. Die Ziele von Recovery können nicht objektiv definiert und vorgeschrieben werden, sondern müssen im gemeinsamen Austausch von jeder Person selbst erfahren und bestimmt werden.
• Wir kooperieren mit psychiatrischen Akteur:innen und sind auf ihre Unterstützung angewiesen. Recovery ist ein Bildungsangebot und kein Ersatz für eine psychiatrische Behandlung. Sehr wohl sehen wir allerdings die Dringlichkeit, recovery-orientierte Angebote zu fördern, da diese sich auch präventiv und poststationär positiv auswirken können.
Das Recovery College soll eine Stätte des gemeinsamen Lernens zu Themen des seelischen Wohlbefindens sein. Das Ziel ist es, die eigene Gesundheitskompetenz zu stärken und zu erweitern.
Das Recovery College in Osnabrück versteht sich als Angebot innerhalb der Erwachsenenbildung vor Ort. Es soll ein Ort der Veranstaltung, Kreativität, Begegnung und Entfaltung sein und ist für jede Person frei zugänglich.
Unser Recovery College soll ein neutrales und autonomes Bildungsangebot sein, das unabhängig von Kliniken oder Trägerschaften handelt. Das Recovery College stellt allerdings keine Alternative für professionelle psychiatrische oder psychologische Leistungen dar. Es kann jedoch bei Bedarf als poststationäre oder präventive Hilfe dienen.