Ein großer Schritt bei unserem Projektpartner SCOSP

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Mara Unterguggenberger
lun, 31. Oct 2022

Ein großer Schritt bei unserem Projektpartner SCOSP

hd_scosp_2022-09-11_meetingpwa.png Seit einigen Jahren haben das Team von SCOSP und eine Gruppe von uns mit der Frage beschäftigt wie SCOSP langfristig finanziell unabhängig werden kann. Bei der Auswahl möglicher Geschäftsideen war ein wichtiger Aspekt der zeitliche Aufwand für die Mitglieder von SCOSP. Denn natürlich soll weiterhin der Einsatz für die Kinder- und Jugendlichen mit Albinismus und die Aufklärungsarbeit im Mittelpunkt stehen. Nach reiflichen Überlegungen war die Idee da: es sollen Zelte, Stühle und Veranstaltungstechnik (Mikrofone und Lautsprecher) angeschafft werden, die dann vermietet werden können, um Einnahmen zu generieren, und auch selbst für Aufklärungsveranstaltungen genutzt werden können. Es ist daher geplant diese neue Möglichkeit in einem einjährigen Zeitraum für eine groß angelegte Aufklärungsaktion über die Situation von Menschen mit Albinismus zu nutzen.
Um die Investition finanzieren zu können werden wir mit finanziellen Mitteln der Schmitz-Stiftungen und von Weitblick Plus unterstützt. Nach einer langen und intensiven Vorbereitungszeit konnte das Projekt im Juli 2022 endlich gestartet werden. Es wurden drei Zelte, 300 Stühle und ein Veranstaltungstechnik-Set gekauft und konnte bereits bei einer ersten großen Aufklärungsveranstaltung im September 2022 zum Einsatz kommen.
Was in den ersten drei Monaten schon erreicht werden konnte

Kick-off des Projekts

Zunächst wurde ein Treffen von Menschen mit Albinismus der Region Kisoro und deren Familien organisiert, um die Ziele des einjährigen Projekts vorzustellen und die aktuelle Situation der Menschen mit Albinismus besser zu verstehen. Auf Grundlage dieser Informationen wurden dann die Fragebögen für eine erste Umfrage entworfen, die die aktuelle Situation bei Menschen mit Albinismus, deren Familien, Politikern, Sicherheitskräften und Gemeinden erfragen soll. Weitere Umfragen im Verlaufe des Projekts sollen dann eine solide Datengrundlage schaffen, um den Erfolg des Projekts zu evaluieren.

Ausbildung von Jugendlichen mit Albinismus

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Teil des Projekts ist außerdem die Ausbildung von vier Jugendlichen mit Albinismus zu Veranstaltungstechnikern. hd_scosp_2022-09_runder-tisch.pngDie vier Jugendlichen erhalten so die Chance auf eine berufliche Ausbildung und können zudem SCOSP bei den geplanten Veranstaltungen mit dem Erlernten Know-how unterstützen.

Runder Tisch mit Politikern, Sicherheitskräften und anderen Stakeholdern

SCOSP hat einen runden Tisch mit Vertretern aus Politik, der Polizei und anderen relevanten Einrichtungen organisiert, um auf die aktuellen Probleme der Menschen mit Albinismus aufmerksam zu machen. Ziel dieses runden Tisches war außerdem die Diskussion möglicher Lösungsansätze, der verstärkten Teilhabe von Menschen mit Albinismus in lokalen Regierungsinstitutionen, die Rechtslage in Bezug auf den Schutz von Menschen mit Albinismus und eventuelle Gesetzesänderung zur Verbesserung der aktuellen Situation.

Die erste große Aufklärungsveranstaltung

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Am 11.09.2022 war es dann soweit – die erste Aufklärungsveranstaltung mit dem neuen Equipment fand statt. Auch die Zelte konnten bei leichtem Regenwetter schon gut gebraucht werden. Zunächst informierte Michael Sabiiti, der Gründer und Leiter von SCOSP, in einer einleitenden Rede die mehr als 600 Teilnehmer über Albinismus und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken und Einschränkungen. Melanin wird normalerweise in der Haut und in den Augen gebildet und ist unter anderem für den Schutz vor UV-Strahlung und die Funktion des Sehnervs verantwortlich. Albinismus führt dazu, dass der Körper kein Melanin produzieren kann sodass betroffene Menschen sehr stark durch UV-Strahlung gefährdet sind und so ein hohes Hautkrebsrisiko haben. Außerdem haben Menschen mit Albinismus häufig auch eine verringerte Sehkraft.
Neben diesen gesundheitlichen Herausforderungen für Menschen mit Albinismus, sind sie in weiten Teilen Ostafrikas leider durch verbreiteten Aberglauben und fehlende Aufklärung noch immer der Gefahr ausgesetzt Opfer von Morden oder massiven Körperverletzungen durch das Abtrennen von Gliedmaßen.
Nach dieser allgemeinen Aufklärung durch Michael Sabiiti, kamen einige Menschen mit Albinismus zu Wort, um selbst ihre aktuelle Situation und Sorgen teilen zu können. Zum Schluss haben einige Kinder mit Albinismus noch ein Theaterstück aufgeführt, um den Zuschauern einen Einblick in den Alltag im Leben von Menschen mit Albinismus zu geben.
Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und ein toller Start in das Projekt!

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