Bau einer Grundschule in Ghana

Besuch Dezember 2017

Die Weitblickerin Clarissa besuchte im Dezember 2017 Adaklu Dzakpo. Die drei Schulräume und das Lehrerzimmer sind in sehr gutem Zustand und schützen insbesondere in der nassen Jahreszeit die Schüler*innen vor Regen. Unter den Bäumen wird heute also nicht mehr unterrichtet, sondern nur noch gespielt. Von damals vier Lehrer*innen wuchs das Kollegium auf 14 und es gehen ca. 160 Kinder in nun insgesamt 8 Klassenräumen in die Schule. Ausbauprojekte für weitere Klassenräume und einen PC-Saal sind in Planung.
Es ist richtig schön, den Kontakt zu früheren Projektpartner*innen zu pflegen und wir freuen uns, dass wir auf diesem wunderschönen weitläufigen Schulgelände zum Bildungszugang beigetragen haben.

Schuleinweihung: eine Weitblickerin berichtet...

Am 1. Mai 2013 wurde das Schulgebäude der Grundschule von Adaklu Dzakpo in Ghana’s Volta Region eingeweiht. Die Gemeinde freut sich über 3 neue Klassenzimmer und einen Besprechungsraum für die Lehrer. Die offizielle Festivität und Übergabe des Schulgebäudes an den Chief von Adaklu, dem traditionellen Oberhaupt der Kommune, ist wichtig, damit das Projekt, das von Auswärtigen realisiert worden ist, vom Chief akzeptiert und die Verantwortung für Pflege und Instandhaltung des Gebäudes von ihm getragen wird.

Ich hatte die Möglichkeit als Weitblickerin bei der Einweihungsfeier vor Ort zu sein und möchte kurz von meinen Erlebnissen berichten:

Die Mitarbeiter unseres Projektpartners Madamfo Ghana e.V., der den Bau in die Tat umgesetzt hat, traf ich in Ho, der Regionalhauptstadt der Volta Region. Gemeinsam traten wir am Vormittag die Fahrt nach Adaklu Dzakpo an.

Adaklu Dzakpo liegt nur 14 km entfernt von Ho. Die Straße dorthin ist eine unbefestigte Piste. Das ist in Ghana keine Besonderheit, aber was das Dorf zeitweise sehr abgelegen macht, was den Schulbau verzögert hat und was auch uns am Tag der Einweihung die Anreise erschwerte, ist eine hölzerne Brücke, die den Flusslauf des Kalapka River quert. Denn diese Brücke wird häufig vor allem durch starke Regenfälle und das damit verbundene Ansteigen des Flusspegels zerstört. In diesem Zustand war sie auch am 1. Mai, sie ermöglichte zwar Fußgängern das Wasser trockenen Fußes zu überqueren, für Fahrzeuge war sie jedoch unpassierbar.

So parkte unser Bus am Flussufer; den restlichen Weg nach Adaklu Dzakpo legten wir teils zu Fuß, teils als Passagiere auf zwei pendelnden Motorrädern zurück.

An der Schule angekommen wurden wir sehr herzlich empfangen. Lehrer, Schüler und einige weitere Einwohner waren auf dem Schulcampus versammelt.

Schließlich trafen auch Chief und Königinmutter von Adaklu Dzakpo feierlich mit Gefolgschaft und mit dem Thron, einem aus Holz geschnitztem Stuhl, ein.

Eine lokale Musikgruppe begleitete die Veranstaltung mit Trommeln und Gesang. Die Schüler hatten Tanzdarbietungen und ein kleines Theaterstück vorbereitet. Es wurden einige Reden gehalten, von Bettina Landgrafe, der Vorstandsvorsitzenden von Madamfo Ghana e.V., von Emmanuel Stephenson, dem Country Director von Madamfo, vom Schulleiter und von einem Vertreter des Ghana Education Service. Gesprochen wurde auf Englisch und Ewe, der in der Volta Region gesprochenen lokalen Sprache. Es wurden viele Worte des Dankes Gesprochen, für die Realisierung des Schulbaus und für die erfolgreiche Zusammenarbeit, es fielen aber auch ein paar mahnende Worte. Das Dorf soll sich gut um das Gebäude kümmern, damit es lange erhalten bleibt und auch in Zukunft das Unterrichten der Schüler gut geschützt vor Regen ermöglicht.

Mir wurde im Namen der Gemeinde als Zeichen des Dankes eine Tafel und ein Kente-Schal, ein Stoff ghanaischer Webkunst, überreicht. „Cheers from Adaklu Dzakpo to Weitblick Germany e.V.“

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde das neue Schulgebäude eingeweiht. Quer vor dem Gebäude war ein Band gespannt. Mir wurde die Ehre zuteil, die Schere zu halten und gemeinsam mit den Verantwortlichen von Madamfo und den traditionellen Oberhäuptern der Gemeinde das Band zu zerschneiden. Es folgte die gemeinsame Begehung des Gebäudes, bevor wir am späten Nachmittag auf den Weg zurück nach Ho machten.

Die Teilnahme an der Einweihungsfeier war eine sehr interessante Erfahrung. Auch wenn die Anreise über eine intakte Brücke sicherlich angenehmer und schneller gewesen wäre, so konnte ich gerade durch den derzeitigen Zustand der Brücke selbst erleben, mit welchen Schwierigkeiten die Bewohner von Adaklu Dzakpo umgehen müssen.

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Baufortschritt der Grundschule in Adaklu Dzakpo im März 2013

Baufortschritt der Grundschule in Adaklu Dzakpo im März 2013

Aktueller Stand: 18. März 2013

Jetzt ist es fast vollbracht! Uns haben die neuesten Fotos aus Ghana erreicht und wie ihr selber sehen könnt, steht die Schule samt Dach. Jetzt geht es an die Detailarbeit und dann kann die Schule auch schon eingeweiht werden!

Die Einweihung ist für Ende April/Anfang Mai geplant. Vermutlich wird eine Weitblickerin aus Essen mit vor Ort sein. Jeder der Lust hat und zufällig zu dem Zeitpunkt in Ghana ist kann sich ihr gerne anschließen. Meldet euch einfach bei uns!
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Aktueller Stand: 08. Januar 2013

Es geht voran! Im Dezember wurde das Fundamet gelegt und alle im Dorf Adaklu Dzakpo haben tatkräftig mit angepackt. Das Wetter wird nun immer trockener in Ghana und damit sollten die Arbeiten schnell voranschreiten. Bis März sollte die Schule fertiggestellt werden. Für April wird die Einweihungszeremonie geplant.
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Aktueller Stand: 09. Oktober 2012

In Adaklu Dzakpo (Ghana) sind die Menschen glücklich. Und das haben sie sich verdient. Vor 2 Jahren haben sie bei Madamfo Ghana, einem Partnerverein von Weitblick, den Bau einer Grundschule beantragt, da es für die Schüler der Grundschule und des Kindergartens nur 3 Klassenräume gibt, welche sich die Dorfbewohner selber gebaut haben.

Nun ist es dank zahlreicher Einzelspenden, aber vor allem vieler kreativer Fundraisingaktionen, wie den Nachtblickpartys, Bildungscocktails und Bildungsmuffins Weitblick Hannover und Duisburg-Essen gelungen nahezu 30.000€ für das Dorf Adaklu Dzakpo zu sammeln und für den Bau von 3 weiteren Klassenräumen zu spenden.

Im September 2012 wurden für 10.000€ die ersten Ladungen Zement, Sand und Wasser in das Dorf gebracht, so dass feierlich der Grundstein gelegt werden konnte. Die Bauarbeiten sollen nun bis März 2013 abgeschlossen werden.

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Adaklu Dzakpo Grundschule

Status Quo im Juni 2012:

Das Dorf Adaklu Dzakpo befindet sich in der Volta Region, östlich des Volta Sees und westlich der Grenze zu Togo, auf dem Weg von Accra in die Regionalhauptstadt Ho.
Adaklu Dzakpo selbst hat ca. 120 Haushalte, in denen jeweils durch-schnittlich 20 Personen leben (= ca. 2.400 Einwohner). Es handelt sich dabei ausschließlich um die Ethnie Ewe, es liegen hier also zumindest keine sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten vor. Insgesamt soll es ungefähr 300 Kinder im offiziellen Grundschulalter (6-12 Jahre) in dem Dorf geben, wovon aktuell 103 die Grundschule besuchen. Damit sind lediglich ca. 34% der Kinder im Grundschulalter eingeschult. Dies liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 84%.

Grundschüler in Adaklu Dzakpo

Zum geplanten Schulbau:

Das schon existierende Gebäude ist von den Dorfbe-wohnern selbst gebaut worden, allerdings fehlen dem Dorf zur Fertigstellung die Mittel. Madamfo Ghana rechnet dem Dorf diese Anstrengungen aber hoch an, da es die Bereitschaft und den Willen zum Bau einer Grundschule zeigt. Laut dem Projektleiter Emmanuel Stephenson ist es allerdings zweifelhaft, ob das Funda-ment des Gebäudes auf Dauer hält. Deswegen soll die Grundschule von Grund auf neu gebaut werden.

Das Land, das für den Schulbau vorgesehen ist, gehört dem Chief des Dorfes. Somit ist sichergestellt, dass es keine Streitigkeiten um die Landrechte gibt. In Ghana werden Schulgebäude jeweils in Blöcken von 3 Klassen-räumen gebaut. Mit den vorhandenen Mitteln ist es Weitblick Duisburg-Essen und Weitblick Hanno-ver möglich einen Block von 3 Klassenräumen zu finanzieren. In diesen Klassenräumen können 35-40 Kinder Platz finden. Somit könnte die Zahl der eingeschulten Kinder deutlich erhöht werden. Die Baumaterialen kommen zum größten Teil aus der Gegend und die Bauarbeiten würden von lokalen Bauarbeitern unter Mitarbeit der Dorfbewohner durchgeführt. Der Staat würde nach Fertigstellung des neuen Gebäudes außerdem zusätzliche Lehrer bereitstellen.

Unterricht in Adaklu Dzakpo

Die Grundschule ist staatlich anerkannt und zurzeit arbeiten dort 4 vom Staat gestellte Lehrer. Es müssen keine Schul-gebühren gezahlt werden, allerdings fallen dennoch Kosten für Schuluniform und Bücher an, die sich pro Kind auf ca. 40 GHC (~20€) belaufen.
Bei den 103 Grundschülern handelt es sich um 70 Jungs und 33 Mädchen im Alter von 6-12 Jahren. Der Anteil der Mädchen (32%) ist deutlich geringer als im Landesdurchschnitt. Insgesamt werden in Ghana nahezu genauso viele Mädchen wie Jungs eingeschult. 103 Schüler ergibt ca. 17 Schüler für jede der 6 Klassen. Allerdings gibt es nur 4 vom Staat gestellte Lehrer für die 6 Klassen, wodurch der Unterricht nicht in allen Klassen gleichzeitig und regelmäßig durchgeführt werden kann. In Adaklu Dzakpo kommen so-mit 25,75 Schüler auf einen Lehrer. Im Landesdurchschnitt muss ein Lehrer 31 Schüler unterrichten3. Auch wenn die geringe Zahl an Schülern pro Leh-rer als ein Qualitätsmerkmal interpretiert werden könnte, ist dies in diesem Fall ein Zeichen dafür, dass Eltern ihre Kinder nicht in die Schule schicken, da es nicht genug Lehrer und keine Klassenräume gibt.
In der näheren Umgebung gibt es keine andere Grundschule. Nach Angaben der Lehrer besuchen alle Absolventen der Grundschule die Junior Secondary School (JSS), die ca. 6 km von dem Dorf entfernt liegt. Dafür müssen sie einen Fluss überqueren; wenn es zu viel regnet und dieser zu viel Wasser trägt, kommen sie über den Steg nicht mehr ans andere Ufer, die Schule fällt dann aus. Aus diesem Grund wird auch der Bau einer weiteren JSS gewünscht. Die meisten Kinder erlernen nach Abschluss der Schulausbildung ein Handwerk und gehen in die größeren Städte. Nur wenige besuchen die Universität.

Es gibt bereits einen unfertigen Rohbau, der allerdings in seinem jetzigen Zustand für den Un-terricht ungeeignet ist. Die Klassen 1-3 werden in diesen Räumen unterrichtet, die Klassen 4-6 unter den Bäumen. Wenn es regnet muss die Schule ausfallen, da auch das Gebäude nicht vor Regen geschützt ist. Besonders in der Regenzeit (ca. Mai-November) fällt somit der Großteil des Unterrichts aus.